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CD-ROM "Schwerin auf historischen Ansichtskarten"
Teil 3: Stadterweiterungen nach 1884

Einleitung

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Nachdem im Jahre 1870 der Oldenburger Hofbuchdrucker August Schwarz die erste "Correspondenz-Karte" herausgegeben hatte, gab es sehr bald ein großes Interesse an diesen Ansichtskarten. Zum Glück entwickelte sich gleichzeitig eine Sammlerleidenschaft, die uns die Karten über mehr als hundert Jahre, oft sogar in einem sehr guten Zustand, erhalten hat.
In Mecklenburg wurden um 1885 die ersten Bildpostkarten verwendet, obwohl sie erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts offiziell erlaubt waren. Bis 1905 kamen die persönlichen Mitteilungen auf die Seite mit den Ansichten; denn der Anschriftenteil durfte nicht beschrieben werden.
Die ersten Ansichtskarten waren ein- oder mehrfarbige Lithographien. Später wurden die jeweils neuesten graphischen und drucktechnischen Verfahren angewandt. Es existieren Holzstiche, Radierungen, Lithographien mit Stein-, Zink- und Aluminiumplatten, Strichätzungen, Autotypien und Mehrfarbendrucke. Auch Handzeichnungen wurden als Postkarte verschickt. Nach 1920 verwendete man vorrangig Fotografien.
Die Blütezeit der Bildpostkarten lag zwischen 1895 und 1918.
In Schwerin gab es z. B. Ansichtskartenverlage von L. O. Sehlow, Paul Gabbe, Ludwig Davids und C. H. B. Müller. Müller gab 1886 die erste Ansichtskarte mit einer Schweriner Ansicht heraus.
Moderne Kommunikationsmittel wie der Anruf über das Handy, die SMS oder die E-Mail ersetzen in der Gegenwart oft die Ansichtskarte als Urlaubsgruß, die aber längst nicht ausgedient hat.
Die vorliegende Publikation zeigt, dass Ansichtskarten sehr bald zu bedeutenden und weniger bedeutenden Häusern, Straßen und Plätzen herausgegeben wurden. Das trifft auch auf politische Ereignisse der jeweiligen Zeit zu.
Foto-Ansichtskarten wurden ebenfalls sehr schnell beliebt. Man fotografierte z.B. sein Haus, die Familie, die Hochzeitsgesellschaft, die Schulklasse oder ließ sie fotografieren. Wenn auf die Rückseite das Adressfeld gedruckt wurde, war sofort eine neue Ansichtskarte geboren. Diese "Bilder" sind besonders interessant, wenn sie tatsächlich als Karte versandt wurden und im Text auf das Ereignis auf der Vorderseite Bezug genommen wurde.
Ansichtskarten wurden nicht nur wegen der interessanten Bilder so beliebt. Sie boten auch eine sehr praktische Möglichkeit, in Kurzform wichtige Mitteilungen, Grüße und Glückwünsche zu verschicken oder nur einfach ein Lebenszeichen zu geben.
Nach teilweise mehr als hundert Jahren sind diese Mitteilungen von historischem Interesse, ganz besonders die aus dem 1. und 2. Weltkrieg. In diese Zeit fallen dann auch postalische Vermerke, mit denen die Karten zurück zum Absender gingen, wie "Gefallen auf dem Feld der Ehre".
Nachdem wir voller Begeisterung den immensen Fundus an Ansichtskarten gesichtet hatten, stellten wir fest, dass sich große Teile der Geschichte Schwerins an Hand dieser Karten beschreiben lassen.
Wenn wir wichtige Stätten oder Ereignisse ausgelassen haben, so stand uns hierfür keine mindestens 50 Jahre alte Karte zur Verfügung.
Der Teil 1 "Schwerin in den Grenzen von 1884" mit der Altstadt, der Schelfstadt, der Paulsstadt und der Feldstadt sowie Teil 2 "Schloss und Umgebung" sind bereits erschienen.
Der vorliegende Teil 3 enthält die Stadterweiterungen seit 1884, die noch nicht im Teil 2 dargestellt wurden.
Die Straßennamen haben in der Geschichte der Stadt mehrmals gewechselt, so dass es Karten zu dem gleichen Objekt mit bis zu drei verschiedenen Straßennamen gibt. Um die Leser nicht zu sehr zu verwirren, haben wir im Text immer den 2010 gültigen Straßennamen verwendet, nach Möglichkeit auch die aktuelle Hausnummer.
Die Autoren haben versucht, den Standort der historischen Ansichten durch aktuelle Fotos zu beschreiben. Nicht immer konnte die ursprüngliche Perspektive verwendet werden. Das liegt daran, dass Gebäude vorgebaut wurden oder der Standort des früheren Fotografen nicht eingenommen werden konnte.
In den meisten Fällen war nicht feststellbar, wann das Foto für die Ansichtskarte erstellt wurde. Deshalb wird bei gelaufenen Ansichtskarten meist von dem Datum des Poststempels ausgegangen.
Die sachlichen Texte wurden teilweise in der Rubrik "Interessantes" durch Sagen aus den Büchern von Erika und Jürgen Borchardt, aber auch durch Anekdoten aus dem eigenen Erleben ergänzt. Der Verlag und die Autoren nehmen gern weitere Hinweise für diese Rubrik auf, um sie in einer späteren Auflage zu veröffentlichen.
Damit Sie viel Freude an dieser CD-ROM haben, wurden die Informationen durch einige interessante Funktionen ergänzt. Über den Link "Stadtplan" können Sie zu jedem Bild eine Karte aufrufen, wobei der jeweilige Standort andersfarbig markiert ist.
Wählen Sie Bilder aus der CD aus und erstellen Sie sich hiermit Ihren eigenen Kalender, in den Sie Geburtstage und andere wichtige Ereignisse eintragen. Sie können auch eine Karte mit Ihren Grüßen versehen und per E-Mail verschicken. Alle Bilder können vergrößert dargestellt werden. Bilder und Texte können kopiert, gespeichert und gedruckt werden. Für kommerzielle und öffentliche Nutzung sowie für elektronische Medien beachten Sie bitte die Lizenzbedingungen.
Sie können auch vergrößerte Fotos der für Sie besonders interessanten Karten erwerben.
Uns hat das Aufspüren der Geschichte Schwerins an Hand von alten Ansichtskarten sehr viel Freude bereitet und wir wünschen Ihnen beim Blättern durch den großen Fundus dieser CD-ROM und beim Ausprobieren der interessanten Zusatzfunktionen ebenfalls viel Spaß.

Gisela Pekrul und Dr. Manfred Krieck

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